Chronik
Die Geschichte von Miréon im Zeitstrahl.
Das Schwarze Herz
Das Schwarze Herz
Vor aller Zeit ruht im Nichts eine perfekte, schwarze Kraft. Reinste Geometrie, makellos geordnet, so vollkommen, dass nichts neben ihr bestehen kann. Alles, was sich nähert, wird verschlungen, löst sich auf.
Der Bruch
Der Bruch
Dann geschieht das Unwahrscheinliche. Eine einzelne, winzige Pilzspore, kaum mehr als Staub, treibt durch das Nichts – nicht aus Absicht, nicht aus Kraft, zu klein, um zerstört zu werden. Sie schwebt mitten ins Schwarze Herz – und es zerbricht. Dabei wird alles freigesetzt was es einst verschlang: Dinge, Wesen und Geschichten – sie werden zu Sonne, Mond und Sternen.
Myrr erwacht
Myrr erwacht
Myrr, der riesige Urzeitpilz, beginnt zu wachsen, umhüllt die Splitter. Doch das Schwarz lässt sich nicht ganz tilgen. Im Norden bleiben tödlich strahlende Felsen zurück, im Süden sammeln sich dunkle Schwaden, die sich in schwarzen Blitzen entladen. Im Osten und Westen begrenzen riesige Ozeane den neuen Kontinent.
Die zwei Titanen
Die zwei Titanen
Als Antwort treibt Myrr zwei gewaltige Pilzwälder aus: Zylphar im Norden und Gormond im Süden. Sie stehen Äonen, binden Strahlung, schlucken Gase und versuchen zu halten, was nicht gehalten werden kann.
Kerun, Gigant von Gormond
Kerun, Gigant von Gormond
Über Gormond erhebt sich ein gigantischer Pilz: Kerun. Ein tosendes Gewitter entreisst ihm die Krone. Sie fliegt quer über den Kontinent und wird zu Aeglwyn, erst Berg, dann Krater. Der Aufprall faltet die umliegende Landschaft wellenförmig – die Aegliden erhalten ihre Form. Der Stamm trotzt Jahrtausende den Stürmen, wird von Blitzen verkohlt und gehärtet: Kerun der dunkle Wächter.
Das Scheitern der Wälder
Das Scheitern der Wälder
Die Wälder geben nach. Im Norden zerfällt Zylphar, von der Strahlung verwandelt, in den weißen, glitzernden Sand der Wüste Hiflzar. Im Süden verbrennt Gormond durch dunkle Blitze – nur Kerun bleibt weiter stehen – und die Kraterlandschaft Mahin-Urd entsteht.
Kerun fällt
Kerun fällt
Ein schwarzer Blitz von nie dagewesener Grösse bringt Kerun zu Fall. Er zersplittert, die Keruniten entstehen.
Die Zuflucht der Königin
Die Zuflucht der Königin
In der Zeit des Scheiterns nähert sich aus den Weiten des Alls die Kramen-Königin auf der Suche nach Zuflucht. Sie legt ihre Eier ins warme Innere des Myrr, und ein neuer Staat beginnt zu wachsen.
Zweite Blüte des Myrr
Beginn des Kramen-Kreislaufs
Beginn des Kramen-Kreislaufs
Als Myrr langsam auskühlt, schaffen die Kramen den Kreislauf der Hiflsteine: Sie sammeln die kristallinen Trichter im Norden, füllen sie mit ihrem Sekret, laden sie im Süden mit schwarzen Blitzen auf, bringen erstmals Lauma in die Welt und neue Wärme in den Myrr. So prägen sie fortan das Klima dieser Welt.
Dritte Blüte des Myrr
Dritte Blüte des Myrr
Das neu entstandene Lauma und die Erwärmung des Myrr durch den Kramen-Kreislauf lassen auf dem Kontinent neue Pflanzen- und Tierarten in nie gekannter Geschwindigkeit entstehen.
Landung der Alenari
Gründung von Naruba
Bau der Universität Ulnar
Forschungsreisen ins Gebirge
Forschungsreisen ins Gebirge
Der Wissensdurst der Alenari lässt sie mehrere Forschungsreisen ins nördlich angrenzende Gebirge unternehmen. Jede einzelne endet in katastrophalen Begegnungen mit den gigantischen Myrrnaflern.
Lauma-Expeditionen
Lauma-Expeditionen
Im Auftrag der Universität von Ulnar leitet Almyra die Grosse eine Reihe von Expeditionen nach Mahin-Urd. Alenari-Wissenschaftler und Myrnal-Träger bezwingen das unwegsame Gelände und sammeln erstmals Hiflsteine mit aktivem Lauma.
Besiedlung von Urdryn
Bergbau in den Keruniten
Bergbau in den Keruniten
Im unwegsamen Hinterland von Belanar entstehen Minen zum Abbau von Kerunit. Zufällig stossen die Bergarbeiter auf Vorkommen von Hifelsteinen mit aktivem Lauma.
Bau der Burg Brok
Bau der Burg Brok
Um den rasant wachsenden Abbau und Transport von Lauma-Hiflsteinen in den Keruniten vor Banden zu schützen, wird die Burg Brok in einen gigantischen Kerunit-Splitter gehauen.
Errichtung des Forschungspostens Gormahin
Errichtung des Forschungspostens Gormahin
Nie zuvor ist eine Expedition weiter in den stürmischen Süden vorgedrungen. In einem tiefen Krater errichten Forschungsreisende den Aussenposten Gormahin, um unter extremen Bedingungen mit Lauma zu experimentieren.
Das Jahrhundert des Lauma
Das Jahrhundert des Lauma
Ermöglicht durch die Alenari-Expeditionen nach Mahin-Urd und intensive Forschung in Ulnar entstehen zahlreiche auf Lauma basierende Technologien und Künste. In Naruba werden mit Lauma Strassen bunt beleuchtet, Fahrzeuge angetrieben, Lebensmittel gekühlt und sogar Plattformen schweben gelassen. Narabéas Zentrum wird zu einer Stadt der Wunder.
Jagd auf die Myrrnafler
Jagd auf die Myrrnafler
Die mächtige Lauma-Technik erlaubt den Alenari erstmals, sich gegen die Myrrnafler erfolgreich zur Wehr zu setzen. In minuziös geplanten Grosswildjagden werden ganze Schwärme niedergemetzelt. Die letzten Exemplare ziehen sich ins höhere Gebirge zurück. Reisen nach Norden werden erstmals möglich.
Narubas schwarze Stunde
Narubas schwarze Stunde
Was niemand für möglich gehalten hätte wird katastrophale Realität: Ein gigantischer Gewittersturm zieht von Mahin-Urd bis nach Naruba. Ein einziger Schwarzer Blitz genügt, um in Zehntausenden Hiflstein-Apparaten Schattenlauma entstehen zu lassen. Als Folge geraten Fahrzeuge ausser Kontrolle, Plattformen stürzen ab, ganze Stadtteile fangen Feuer. Der Wiederaufbau nimmt Jahre in Anspruch, Laumatechnologie wird verboten.
Beginn der Zaritha-Bewegung
Beginn der Zaritha-Bewegung
Die Katastrophe von Naruba hat die Zweiklassen-Gesellschaft in Narabéa offensichtlich gemacht: Die Myrnal wurden von der Ulgard (Ordnungshüter und Rettungstrupps der Alenary) systematisch vernachlässigt – hunderte verloren ihr Leben. Progressive Alenari und Myrnal schliessen sich zu den Zaritha zusammen, um die Ungerechtigkeit zu bekämpfen. Sie stossen aber bei einflussreichen Alenari-Familien auf Ablehnung, und müssen aus dem Untergrund arbeiten.
Schliessung der Kerunit-Minen
Schliessung der Kerunit-Minen
Im Rahmen des strikten Lauma-Verbotes werden die Minen in den Keruniten versiegelt. Die Bergleute – vorwiegend Myrnal und einige geächtete Alenari – verlieren ihre Arbeit. Einige schliessen sich zu Banden zusammen und führen ein verstecktes Leben in dem unwegsamen Gelände.
Bruch mit den Urdi
Flucht der Myrnal
Flucht der Myrnal
Orchestriert von der Zaritha-Bewegung und unterstützt von Banden aus den Keruniten flüchten hunderte von versklavten Myrnal aus Naruba.
Erste Marnak-Siedlungen
Erste Marnak-Siedlungen
Die Vorfahren der Marnak erreichen nach ihrer Flucht aus Naruba die Hochebenen des Myrr-Gebirge und gründen erste Siedlungen.
Myrr atmet aus
Myrr atmet aus
Vielleicht angeregt durch die Ereignisse auf Miréon, vielleicht ganz ohne Grund – Der Myrr stösst eine Wolke Pilzsporen aus, welche bei den Marnak eine Reaktion auslöst wie früher bei den Myrr-Büffeln: Sie werden zu Riesen.
Gründung des Kloster Zarith
Gründung des Kloster Zarith
Die Zaritha gründen am Rand der Wüste Hiflzar das Kloster Zarith.
Erste Siedler auf der Knogl-Halbinsel
Die Stadt der Mahini
Die Stadt der Mahini
Eine Gruppe geflüchteter Myrnal reist während Jahrzehnten durch Mahin Urd, und hat durch den Kontakt mit wildem Lauma insektoide Körperformen angenommen. In den Sümpfen von Zulmahin gründen sie Ihre Stadt. Sie sind die ersten Mahini.
Die Marnak in Ulmidr
Die Marnak in Ulmidr
Eine Gruppe Tharila finden am höchsten Punkt des Myrr-Gebirge einen vertikalen Stollen, der zum Gebärsaal der Kramen-Königin führt. Sie erahnen die Wichtigkeit ihrer Entdeckung, beschliessen, diese geheim zu halten und bewachen seither den Eingang zu Ulmidr.
Erfundene Ankunft
Erfundene Ankunft
Auf dieses Jahr datieren die Schöpfer die Ankunft des "Fliegenden Volkes", der Vorfahren der Frynhugler auf dem Berg Aeglwyn.
Die Schöpfer formieren sich
Die Schöpfer formieren sich
In Belanar erfindet eine exzentrische Gruppe zwischen Kunst und Wissenschaft die Technik des Lauma-Erzählens. Bald schon gelingt ihnen das Manifestieren von Gegenständen und sogar Lebewesen. Von ihren Erfolgen beflügelt nennen sie sich fortan "Die Schöpfer".
Exil auf Aeglwyn
Exil auf Aeglwyn
Gesetzeshüter der Alenari erfahren vom verbotenen Treiben der Schöpfer. Diese müssen Belanar bei Nacht und Nebel verlassen, flüchten nach Nordosten und lassen sich auf dem Berg Aeglwyn nieder, wo sie – unentdeckt vom Rest des Kontinents – ihre Erzählkunst weiter verfeinern.
Geburt von Myrrhuld
Geburt von Myrrhuld
Die Schöpfer sind entschlossen, ein ganzes Königreich zu manifestieren, mit Schloss, Königin und Untertanen. Sie nennen es "Myrrhuld".
Gründung Kragl
Die Schöpfer im Erzählrausch
Die Schöpfer im Erzählrausch
Die Lauma-Erzählungen der Schöpfer gehen ungebremst weiter. Innert weniger Wochen entstehen Brynth und Ruglwart, städtische und ländliche Bevölkerung, Ruglbohnenfelder und Wälder, alles in idealisierter Mittelalter-Optik, bei der Entstehung bereits künstlich gealtert und mit Geschichte versehen. Um auf Aeglwyn nicht entdeckt zu werden, pflanzen die Schöpfer der neu schaffenen Bevölkerung Myrrhulds eine irrationale Angst vor den Wäldern und Waldtieren ein.
Das magische Tiervolk
Das magische Tiervolk
Trotz ihrer Angst vor den Wäldern wollen immer wieder Leute aus Myrrhuld den Berg Aegelwyn besuchen, wo noch die Luftschiffe ihrer Ahnen stehen sollen. Die Schöpfer reagieren mit der Lauma-Erzählung eines intelligenten, sprechenden und mit Waffen ausgerüsteten Tiervolkes, das die forschenden fern halten soll. Erst Mäuse, Eichhörnchen, Igel, später Füchse und Dachse, schliesslich Bären und Wölfe. Es kommt immer häufiger zu Konflikten.
Udlar – Die Ungeraden
Udlar – Die Ungeraden
Durch die Instabilität der Erzähltechnik entstehen immer wieder Dinge und Wesen, die nicht den Vorstellungen der Schöpfer entsprechen. Diese werden hastig über die steil abfallenden Klippen von Aeglwyn ins Meer entsorgt. In ihrem Erzählrausch nehmen die Schöpfer nicht wahr dass einige der unerwünschten Kreaturen überleben und sich auf den vorgelagerten Aegliden ansiedeln. Das heimliche Reich der Udlar entsteht.
Erste Russkragen
Erste Russkragen
Die später als Russkragen bekannten Knogler erreichen die stillgelegten Keruniten-Bergwerke. Abbau von aktiven Hiflsteinen und Handel mit Lauma beginnen von neuem, diesmal im Verborgenen.
Gründung der Huglwacht
Gründung der Huglwacht
Die Leute von Myrrhuld wappnen sich gegen die magischen Tiere und gründen die Huglwacht.
Krönung Amarel von Myrrhuld
Krönung Amarel von Myrrhuld
Die Schöpfer inszenieren die Krönung ihrer manifestierten Königin Amarel als prunkvolles Fest, zu dem Delegationen aus ganz Miréon anreisen. Die anfängliche Belustigung der Gäste über das 'Theaterstück' schlägt in Furcht um, als 100 Mahini mit vergoldeten Panzern aufmarschieren und als 'Myrrhuld-Garde' der Königin die Treue schwören. Das Märchenschloss wird zur politischen Realität.
Explosion von Aeglwyn
Explosion von Aeglwyn
Das Aufrüsten der Tierarmee durch die Schöpfer hat eine fatale Dynamik angenommen. In einem wahnhaften Akt soll die ultimative Abschreckung kreiert werden: Ein Drache. Das Experiment entgleitet der Kontrolle, explodiert, reisst einen riesigen Krater in den Berg und schleudert Felsbrocken durch die ganze Region. Einer gräbt eine tiefe Mulde in den Wald – der Weiher Olgrun entsteht. Die Schöpfer sterben im eigenen Feuerwerk.
Die Zeit der Monarchie
Die Zeit der Monarchie
Auch ohne seine Erschaffer existiert das Königreich Myrrhuld weiter. Die charismatische aber innerlich zerrissene Amarel regiert launisch und unberechenbar, bedingungslos unterstützt von der gefürchteten Myrrhuld-Garde. Auf dem ganzen Kontinent werden Verbündete gesucht und Söldner angeworben.
Der Widerstand
Der Widerstand
In der Bevölkerung Myrrhulds regt sich zusehends Widerstand gegen die Monarchie. Es finden heimliche Treffen statt von Leuten die sich eine Revolution wünschen. Sie nennen sich "Frynhugler".
Miréon verbündet sich
Miréon verbündet sich
Die Völker Mireons schliessen sich zusammen, um Amarel und ihren Verbündeten entgegen zu treten. Aus allen Regionen marschieren gewappnete Gruppen gegen Myrrhuld, jedoch nicht viele, da der Kontinent Krieg nicht gewohnt ist. Einige Knogler erkennen die Brisanz der Lage und suchen Hilfe beim magischen Tiervolk.
Myrrhuld wird Frynhugl
Myrrhuld wird Frynhugl
Miréons Armeen stehen vor den Toren Myrrhulds, und erhält überraschende Verstärkung: tausende magischer Tiere erscheinen in ihren Reihen. Die Myrrhuld-Garde ist wild entschlossen, ihre Königin bis zuletzt zu verteidigen, muss aber erkennen dass ihre Magie gegen Waldtiere und Frynhugler wirkungslos ist. Dem Rat von Ulmidr gelingt es, zu verhandeln: Die Monarchin und ihr Hofstaat müssen jegliche Machtansprüche abtreten, dürfen aber weiterhin auf Myrrhuld residieren, mit der Aufgabe, die Tore des Schlosses für alle Reisenden zu öffnen, Die Marnak stürzen die Königinnen-Statue in Brynth. Frynhugl erhält seinen Namen ('Freie Hügel').
Der Abschied
Der Abschied
Die Zeit der Kramen auf Miréon geht zu Ende. Die Königin sammelt Futterpflanzen als Proviant und besteigt ihre Flugkapsel. An Bord befindet sich auch eine kleine Kammer in der sie die Schätze ihrer Reise durchs All aufbewahrt. Drei Andenken wird sie von Miréon mitnehmen: ein Hiflstein, ein Glyn, und ein Knogl.
Das Ende von Miréon
Das Ende von Miréon
Während tausenden von Jahren haben die Kramen den Kreislauf der Hiflsteine in Gang gehalten, die Brut gepflegt im Dienst ihrer Königin. Doch nicht nur dies. Tief im Inneren des Kontinents haben sie die ganze Zeit über an dem gebaut, was der Grund für ihre Ankunft auf Miréon war. Jetzt ist es vollendet: Ein neues schwarzes Herz erstrahlt in dunkler Perfektion, verschlingt den Myrr mit all seinen Wesen, Dingen und Geschichten, so dass nichts übrig bleibt als perfekte Geometrie. Und irgendwo, ziellos treibend im All, eine winzige Pilzspore.